Anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der Gemeinde Pullach hat auch die JU Pullach einen kleinen Überblick über die Entstehung ihres Ortsverbandes verfasst.
Die Gründungsversammlung der Jungen Union Pullach mit 12 Teilnehmern fand am 13.05.1961 unter dem Vorsitz von Carlo Heilmann statt, vermutlich in den Räumen der damaligen Bürgerbräuterrassen, auf deren Gelände heute das Bürgerhaus Pullach steht.
1964 wiedergewählt, war der Mitbegründer des JU Ortsverbandes Pullach bis 1968 Ortsvorsitzender.
Nachdem die Altersgrenze für eine Mitgliedschaft in der JU von 40 auf 35 Jahre herabgesetzt wurde, übernahm 1968 Walter Beck den Ortsvorsitz und warb weiter offensiv Mitglieder für den CSU-Nachwuchs.
Eine rasant steigende Mitgliederzahl sollte der Ortsverband unter dem 1969 gewählten Vorsitzenden Wolfram Moser erfahren: Konnte sich die JU bei der Neuwahl des Ortsvorstandes am 9.12.1969 auf nur 12 Mitglieder stützen, übergab Wolfram Moser seinem Nachfolger Karl-Ludwig Kley nach zwei Amtszeiten 1973 einen Verband in „Mannschaftsstärke" mit ganzen 35 Mitgliedern.
Hintergrund waren die viel beachteten Aktionen der JU in diesen Jahren:
Angefangen mit gut besuchten Vorträgen von Professor Kallmann, von dem übrigens zahlreiche Bürgermeister-Portraits im Rathaus stammen, gipfelte das öffentliche Interesse an der Jungen Union 1972 in einer Großaktion gegen den Autobahnsüdring, einem Thema, das seine unmittelbare Aktualität bis heute beibehalten hatte.

Die Hinweistafeln „Bitte Motor abstellen" an den Bahnübergängen in Pullach sind ebenso auf eine aktive JU Pullach zurückzuführen, die 1973 einen entsprechenden Antrag in den Gemeinderat einbrachte.
Auch die Planungen zum „Trimm-Dich-Pfad" nördlich der Burg Schwaneck wurden seiner Zeit von der JU angestoßen.
Nachdem Wolfram Moser 1975 erneut zum Ortsvorsitzenden der Jungen Union in Pullach gewählt wurde, mündete der 1972/73 erfolgreich aufgebaute Arbeitskreis „Schüler" 1976 in eine eigene „Schüler Union Pullach", die – neben den damals zahlreichen, eigenen Feiern im Staatlichen Gymnasium - die JU Pullach tatkräftig unterstützte.
Seit 1975 veranstaltete die JU Pullach jährlich einen Flohmarkt, zunächst am Wöllnerplatz und seit 1978 am Kirchplatz. Die geringe Besucherresonanz des letzten Marktes im Jahr 2004 zeigt aber, dass es sich hier im Zeitalter von „ebay" wohl um eine sterbende Tradition handelt.
1977 formierte sich der neue JU Ortsvorstand unter bewährter Leitung von Wolfram Moser. Die Mitgliederzahl war zwischenzeitlich auf 42 junge Frauen und Männer gestiegen.
In diesem Jahr fanden auch Kommunalwahlen statt, bei der es zu einer CSU-internen Kandidatur von Wolfram Moser gegen den damals amtierenden Bürgermeister Josef Seidl kam.
Mit einem Ergebnis von 35:46 konnte sich der junge Kandidat aber nicht gegen den etablierten Bürgermeister durchsetzen.
Weiterhin plante die Linde AG 1977/78, ihr Verwaltungsgebäude um zwei Stockwerke bis auf 26 m aufzustocken. Eine erfolgreiche Protestnote der JU Pullach führte unter reger Anteilnahme der Pullacher schließlich dazu, dass Linde die Pläne verwarf.
Um ein „Aufstocken" ging es auch1979:
Der BND wollte seine Fläche nach Norden hin bis zum heutigen Promenadenweg, der Zufahrt zur Waldwirtschaft, ausbauen. Dies hätte den Verlust des Waldstücks bedeutet, in dem heute viele Jogger und Spaziergänger unterwegs sind. Eine weitergehende Dominanz des deutschen Geheimdienstes im Pullacher Ortsbild konnte durch den kreativen Einsatz der JU Pullach erfolgreich verhindert werden.
Es gibt aber wohl auch Dinge, die sich auch noch nach vielen Jahren Vorarbeit nur sehr mühselig bewegen lassen:
Schon 1978 regte die Junge Union bei der Deutschen Bahn AG den behindertengerechten Ausbau der drei Pullacher Bahnhöfe an – 26 Jahre später kommt die Sache immer noch nicht so recht voran, und erneut ist es ein JU-Mitglied, unser 1. Bürgermeister Dr. Stefan Detig, der die überfällige Modernisierung der Anlagen bei der Deutschen Bahn durchzusetzen versucht.

Dennoch: Mit dem Motto „Uns g'fällt's in Pullach", einer Aufkleberkampagne der JU 1978, kann sich wohl auch heute noch eine große Mehrheit von uns Pullachern identifizieren.
1980 schließlich regte die JU Pullach an, ein öffentliches Gebäude nach der verstorbenen Ehrenbürgerin Charlotte Dessecker zu benennen – heute erinnert der Name der Gemeindebücherei an die engagierte Mitbegründerin der CSU in Pullach.
Nach einer letzten Amtszeit von Wolfgang Moser, die 1982 endete, hatten zunächst Richard Kerscher und ab 1984 dann Marc Metzlaff das Amt des Ortsvorsitzenden inne.
In den 90'er Jahren war mit Martin Floß der Ortsvorsitzende der Jungen Union Pullach erstmals auch im Gemeinderat vertreten.
Sein Nachfolger Benno Schröder ist auch heute noch als Stellv. Ortsvorsitzender der CSU bekannt:
Neben einem erneuten Aufbegehren gegen Ausbaupläne des Bundesnachrichtendienstes machte vor allem eine JU-Aktion rund um die Waldwirtschaft von sich reden:
Seinerzeit war die Waldwirtschaft noch größer als heute, es standen aber bei weitem nicht ausreichend Parkplätze und Toiletten zur Verfügung: Hält man sich vor Augen, dass die Zufahrt zum Isarufer für Autos damals noch allgemein möglich war, lässt sich der gebotene Handlungsbedarf leicht nachvollziehen. Mit Wolfgang Reinhard und Stefan Detig schafften zwei weitere JU'ler den Sprung in den Gemeinderat:
Unser heutiger 1. Bürgermeister wurde 1996 in die kommunale Vertretung gewählt.
Aktuell besteht der JU Ortsverband Pullach aus 16 Mitgliedern, Ortsvorsitzender ist seit 1999 Stefan Demmeler.
Neben der tatkräftigen Unterstützung der CSU im Kommunalwahlkampf und verschiedenen anderen Aktionen, hat sich eine Veranstaltung im Jahreskalender der JU etabliert: Im Sommer findet das Beachvolleyballtunier der Jungen Union im Freizeitbad Pullach statt.
Neben Musik und Bewirtung bietet der JU Ortsverband Sportbegeisterten den Rahmen, in Teams gegeneinander anzutreten, bis ein Tagessieger ermittelt ist. Als Gewinne werden attraktive Sachpreise von verschiedenen Pullacher Firmen gestellt.
Patrick Schramm, Stefan Demmeler
Schriftführer JU Pullach Ortsvorsitzender JU Pullach
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